War es das mit der KI-Euphorie? Der Milliardär Warren Buffett hat eine Aktie dieser Branche jedenfalls komplett verkauft. Ist nun Vorsicht geboten?

Bereits bevor Warren Buffett (93) Mitte August sich ganz offiziell in den jüngsten Stand seines Portfolios blicken ließ, war bekannt geworden, dass er sich von gut der Hälfte seiner Apple-Aktien trennte. Das sorgte für großes Aufsehen, denn Apple nahm bis dahin rund die Hälfte des Portfolios von Berkshire Hathaway ein und galt als Buffetts absolute Lieblingsaktie.

Viele Marktteilnehmer verstanden die hohen Verkäufe daher als eine Art Warnung an den Aktienmarkt und tatsächlich schüttelte es die Börsen im August bereits ordentlich durch.

Die Frage ist nun jedoch, wie es weitergeht. Handelte es sich nur um eine kurzfristige Korrektur, oder ist in nächster Zeit weiterhin mit Kursstürzen zu rechnen? Vor allem bei Tech-Werten, die zuletzt durch die Begeisterung um das Thema künstliche Intelligenz (KI) profitieren konnten, fragen sich Anleger, ob sich nun günstige Einstiegschancen ergeben und man jetzt erst recht einsteigen sollte, oder ob die KI-Blase hingegen vorerst geplatzt ist.

An die zweitere Option könnte jedenfalls Warren Buffett glauben. Denn nicht nur hat er seinen Anteil bei der Apple-Aktie deutlich reduziert, sondern eine andere KI-Aktie gänzlich aus dem Depot geworfen.

KI-Blase geplatzt? Warren Buffett verkauft diese Aktie komplett

Jedes Quartal müssen große Investoren wie Warren Buffett der amerikanischen Börsenaufsicht SEC offenlegen, wie der aktuelle Stand ihres Portfolios aussieht. Das Geniale: So haben auch die Otto-Normal-Anleger die Möglichkeit, sich etwas von den Börsenprofis abzuschauen. Die jüngste Offenlegung von Buffetts Berkshire-Portfolio offenbart den Stand zum 30. Juni. Wie bereits erwähnt, verkaufte Buffett rund die Hälfte seiner Apple-Aktien. Dennoch nimmt der iPhone-Konzern immer noch die größte Position im Berkshire Portfolio mit einer Gewichtung von 30 Prozent ein.

Von einer Aktie hat er sich hingegen gänzlich getrennt: Snowflake. Buffett besaß zuletzt über sechs Millionen Aktien und schlug damals sogar bereits kurz vor dem Börsengang 2020 zu. Snowflake ist ein Cloud-Unternehmen, das mit seiner Datenplattform Unternehmen hilft, ihre Daten zu analysieren und aus ihnen Nutzen zu ziehen. Und Daten sind nun mal der Grundbaustein für jede künstliche Intelligenz. Unternehmen, die es schaffen, ihre Daten zu analysieren und nutzbar zu machen, können diese Informationen in bares Geld verwandeln. So gesehen bewegt sich das Unternehmen also in einem recht vielversprechenden Markt. Trotzdem liegt die Aktie seit Jahresanfang über 30 Prozent im Minus. Hat Buffett also Recht damit, die Aktie zu verkaufen?

Was steckt hinter Warren Buffetts Verkäufen der KI-Aktie Snowflake?

Snowflake hatte zuletzt mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. So sorgte etwa ein Datenverstoß, von dem auch eine Reihe wichtiger Kunden betroffen war, für eine Schädigung der Reputation. Auch die Konkurrenz, zu denen auch große Tech-Giganten zählen, wird immer stärker. Wells Fargo etwa senkte jüngst das Kursziel von 200 US-Dollar auf 130 US-Dollar – und das vor Bekanntgabe der Quartalszahlen, die für den 21. August erwartet werden. Dabei sehen die Erwartungen der Analysten gar nicht schlecht aus. So könnte Snowflake unter dem Strich etwa erstmals mit einem Gewinn je Aktie von 0,16 US-Dollar profitabel werden, der Umsatz könnte zweistellig steigen. Ein Durchschnittliches Kursziel der Analysten von 200 US-Dollar bietet eine Kurschance von über 50 Prozent und die Mehrheit rät zum Kaufen.

Allerdings hat Buffett mit seiner Investition vermutlich nur Geld verloren, denn seit dem Börsengang liegt die Aktie im Minus. Gut möglich, dass das Orakel von Omaha keine langfristigen Turnaround-Chancen mehr gesehen hat. Das ist vermutlich ein Problem, dem sich nun viele gehypte KI-Aktien stellen müssen: Viele Unternehmen können die Begeisterung (noch) nicht mit entsprechenden Zahlen rechtfertigen. Und bis sich ihre Investitionen auszahlen, könnten sie womöglich von den größeren Tech-Giganten geschluckt worden sein.

Es muss also nicht unbedingt heißen, dass Warren Buffett tatsächlich mit einem Platzen der KI-Blase rechnet – immerhin nimmt Apple noch immer 30 Prozent des Portfolios ein und auch an seiner Beteiligung an Amazon nahm Buffett keine Änderungen vor. Es könnte jedoch durchaus sein, dass es an der Zeit wird, bei KI-Aktien noch selektiver vorzugehen.

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