FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Continental
Das Unternehmen wies in einem sogenannten "pre-close call" für Analysten - der letzten Verlautbarung vor dem Quartalsbericht Anfang Mai - auf die zuletzt schwierigen Bedingungen in der Automobilbranche hin. Die Produktion von Autos und leichten Nutzfahrzeugen in Europa und Nordamerika dürfte am Gesamtmarkt in den ersten drei Monaten unter den Vorjahreswerten gelegen haben, hieß es. Auch die Erstausstattung mit Reifen dürfte demnach weiter geschwächelt haben.
Die ersten Reaktionen der Analysten waren jedoch nicht so negativ, wie die aktuelle Kursentwicklung signalisiert. Im ersten Quartal dürften die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten sein, schrieb Bernstein-Experte Harry Martin. Der künftige Einfluss neuerlicher US-Zölle sei derzeit allerdings nicht abzuschätzen. Sein Kollege Marc-Rene Tonn von Warburg Research glaubt, dass Conti in dem gegenwärtig schwierigen Marktumfeld das bereinigte operative Ergebnis zum Vorjahr gesteigert haben sollte.
Der Tenor der Veranstaltung sei positiv gewesen, trotz aller Widrigkeiten, kommentierte UBS-Analyst David Lesne. Für das Autozuliefergeschäft, die neue Conti, habe das Unternehmen das Ziel des operativen Breakeven im ersten Quartal bestätigt. JPMorgan-Experte Jose Asumendi geht davon aus, dass die Automotive-Sparte von Kosteneinsparungen und Preisverhandlungen profitiert haben dürfte. Das dürfte aber teilweise von schwächeren Umsätzen aufgehoben werden.
Der Konzern aus Hannover will die Autozuliefersparte abspalten und als eigenes Unternehmen an die Börse bringen. Wenn die Hauptversammlung am 25. April zustimmt, soll der Börsengang der Sparte unter neuem Namen im September erfolgen. Im Konzern verbleiben vor allem das Reifengeschäft und der Großteil der Kunststofftechniksparte Contitech.
Das Autozuliefergeschäft gilt seit Langem als Sorgenkind des Konzerns und schrieb in den vergangenen Jahren immer wieder rote Zahlen. In dem nach Umsatz größten Konzernteil hat Conti den Sparkurs zuletzt noch einmal verschärft. Mehr als 10.000 der rund 92.000 Stellen fallen weg./edh//gl//mis
Quelle: dpa-Afx