NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag zunächst ihre Vortagesverluste ausgeweitet, sie dann aber allmählich abgeschüttelt. Im Fokus stehen die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle von 25 Prozent auf alle Autoimporte sowie zentrale Autoteile, die für eine deutliche Verschärfung des globalen Handelsstreits sorgen dürften.

"Da die neuen Zölle nicht nur per Ankündigung, sondern per 'Executive Order' erlassen wurden, dürften sie vor ihrem Eintritt in der kommenden Woche wohl auch nicht mehr zurückgenommen werden", erwartet Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank Liechtenstein ergänzte außerdem, dass Trump die Abgaben als permanent betrachte und das Fehlen eines Verhandlungsspielraums betont habe.

Der weltweit bekannteste US-Aktienindex Dow Jones Industrial drehte nach einem leicht schwächeren Start ins Plus und legte um 0,08 Prozent auf 42.490,31 Punkte zu. Der breite S&P 500 verlor nach einem ebenfalls etwas schwächeren Start im frühen Handel noch 0,08 Prozent auf 5.707,53 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 , der mit einem Verlust von fast 1 Prozent in den Handel gestartet war, gab zuletzt nur noch um 0,18 Prozent auf 19.880,65 Zähler nach.

Trump kündigte am Mittwoch nach dem US-Börsenschluss neue Importzölle für Autos und für Autoteile an. Spätestens vom 3. Mai an werden die zusätzlichen Abgaben für die Automobilzuliefererindustrie erhoben. Ab 2. April sollen zudem sogenannte reziproke Zölle erhoben werden, also die Zölle auf dasselbe Niveau bringen wie die der Handelspartner. Zwar ist laut Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, auch mit der öffentlichkeitswirksam unterzeichneten 'Executive Order' das letzte Wort mit "Dealmaker" Trump noch nicht gesprochen, "eine Eskalation im Handelsstreit der USA gegen den Rest der Welt ist es allemal"./ck/he

Quelle: dpa-Afx