MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Siemens
Das Papier sackte nach Handelsbeginn um vier Prozent auf 206,25 Euro ab. In den vergangenen Jahren hat sich die Siemens-Aktie gut entwickelt. Von ihrem Tief im vergangenen Jahr bei gut 150 Euro hatte sie bis zum Rekordhoch Anfang März bei fast 245 Euro über 60 Prozent gewonnen. Im Jahr 2022 war sie teils noch für weniger als 100 Euro zu haben.
Die Übernahme von Dotmatics erscheine strategisch ebenso sinnvoll wie zuletzt der Kauf von Altair, schrieb Analyst Mark Fielding von der kanadischen Bank RBC. Dotmatics sei aber nicht billig. Experte Simon Toenessen von der US-Bank Jefferies verwies auf eine Bewertung in Höhe des 39-fachen des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - das liege laut Siemens auf einer Linie mit den jüngsten Zukäufen im Softwarebereich.
Mit der Übernahme erweitert sich laut Siemens der für den Konzern ansprechbare Markt für Industriesoftware um 11 Milliarden Dollar. Verkäufer des in Boston beheimateten Unternehmens ist der Investor Insight Partners. Dotmatics werde im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich einen Umsatz von mehr als 300 Millionen US-Dollar erwirtschaften und sei mit einer bereinigten operativen Marge (Ebitda) von über 40 Prozent sehr profitabel. Das Unternehmen erwirtschafte zudem einen Barmittelzufluss. Mittelfristig erwartet Siemens Umsatzsynergien von rund 100 Millionen US-Dollar pro Jahr, die sich langfristig auf über 500 Millionen US-Dollar pro Jahr steigern sollen.
"Mit der Akquisition von Dotmatics stärken wir strategisch unsere Position im Bereich Life Sciences", sagte Siemens-Chef Roland Busch laut Mitteilung. Der Konzern schaffe damit ein weltweit führendes KI-gestütztes Software-Portfolio im Bereich Produktlebenszyklus. Finanzchef Ralf Thomas zufolge wird die Finanzierung der Übernahme "in erster Linie durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, einschließlich Siemens Healthineers
Den Abschluss der Übernahme erwartet Siemens in der ersten Jahreshälfte 2026. Das Geschäft muss von Behörden noch genehmigt werden. Dotmatics hat mehr als 800 Beschäftigte weltweit sowie mehr als 14.000 Kunden./men/he/tav/stk
Quelle: dpa-Afx