STUTTGART (dpa-AFX) - Die Holding Porsche SE
Wie bereits angedeutet betrug der Nettoverlust wegen hoher Wertminderungen im vergangenen Jahr 20 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Beteiligungsgesellschaft der VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piech noch 5,1 Milliarden Gewinn gemacht. Trotz des Riesenverlusts will die Porsche SE wie zuvor in Aussicht gestellt eine Dividende zahlen. Allerdings soll die Ausschüttung je im Dax
Im laufenden Jahr strebt das Management um Vorstandschef Hans Dieter Pötsch ein bereinigtes Ergebnis nach Steuern von 2,4 bis 4,4 Milliarden Euro an. Dabei rechnet das Unternehmen nun Wertveränderungen der Kernbeteiligungen heraus. Pötsch machte in der Pressekonferenz klar, dass es in den kommenden Quartalen zu weiteren Wertveränderungen kommen kann. Ohne die hohen Abschreibungen hätte die Holding im Vorjahr einen Gewinn von 3,2 Milliarden gemacht.
Finanzchef Johannes Lattwein bezifferte den aktuell noch in den Büchern stehenden Wert der VW-Beteiligung auf etwas mehr als 200 Euro je Aktie, den der Porsche AG auf etwa 63 Euro. Die Stamm- und Vorzugsaktien von Volkswagen notieren an der Börse derzeit bei einem Niveau von etwas mehr als 100 Euro. Die Porsche-AG-Vorzugsaktie wird derzeit etwas über 51 Euro gehandelt.
"Durch die fokussierte Umsetzung der starken Programme in unseren Kernbeteiligungen sehen wir erhebliches Wertsteigerungspotenzial", sagte Pötsch mit Verweis auf die Spar- und Umbauprogramme bei Volkswagen
Die Holding hatte bereits angekündigt, ihr Beteiligungsportfolio künftig stärker zu streuen. Pötsch sprach nun von Überlegungen, eine dritte wichtige Kernbeteiligung aufzubauen. Derzeit habe der Konzern etwa 2 Milliarden Euro Liquidität, möglich seien Beteiligungen auch mit Partnern.
Das für das Portfoliomanagement zuständige Vorstandsmitglied Lutz Meschke sagte, dass auch Engagements im Rüstungsbereich denkbar seien. Pötsch verwies allgemein auf mögliche Gelegenheiten im Zusammenhang mit den milliardenschweren staatlichen Finanzprogrammen für Verteidigung und Infrastruktur.
Finanzchef Lattwein betonte, dass keine zusätzliche Verschuldung dafür geplant sei. Der Konzern wolle diese in den kommenden Jahren tendenziell weiter abbauen. Die Nettoverschuldung soll sich 2025 zunächst auf 4,9 bis 5,4 Milliarden Euro belaufen, zum Ende 2024 sank sie wie bereits bekannt auf 5,2 Milliarden. Lattwein wollte Aktienrückkäufe für die Zukunft nicht ausschließen.
Die Holding hält die Stimmrechtsmehrheit am Volkswagen-Konzern und eine Sperrminorität am Sportwagenbauer Porsche AG, der mehrheitlich zum Volkswagen-Konzerngebilde gehört. Darüber hinaus hält die Porsche SE laut Meschke Portfoliobeteiligungen an 15 weiteren Firmen. Auf die Buchwerte ihrer beiden Hauptbeteiligungen musste die Porsche SE im vergangenen Jahr hohe Abschreibungen vornehmen, weil das Geschäft sich im Zuge der Branchenschwäche schlechter entwickelt als früher vorausgesehen und weil auch die Aussichten weniger klar abzuschätzen sind./men/tav/jha/
Quelle: dpa-Afx