Zum Wochenauftakt hatte der breit gefasste US-Index S&P 500 mit 3824,17 Stellen einen Höchststand erreicht. Die Kurse am Terminmarkt signalisierten eine Fortsetzung dieser Rekordjagd.

"Was wir gerade am Aktienmarkt sehen, ist eine erneute Belohnung all jener, die bei Kursschwäche gekauft haben", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Wichtig ist, dass die Kursstärke auch zum Wochen- und damit Jahresschluss gehalten werden kann."

Die Omikron-Variante des Coronavirus stehe der für den Jahreswechsel typischen Aktienrally derzeit nicht im Weg, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. "Verschiedene Studien haben gezeigt, das Omikron deutlich ungefährlicher ist als ihr Delta-Gegenpart." Das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes bei einer Infektion sei geringer. "Dies werten Anleger als Zeichen, dass Omikron das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten nicht behindern wird."

ROHSTOFFE GEFRAGT - ANLEIHEN-RENDITEN ZIEHEN AN


An den Rohstoffmärkten waren die Konjunkturoptimisten ebenfalls in der Überzahl. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 79,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Kupfer kostete am chinesischen Markt in Shanghai mit 70.870 Yuan (11.124 Dollar) je Tonne zeitweise so viel wie zuletzt vor knapp fünf Wochen. Die Londoner Metallbörse LME blieb wegen nachgeholter Weihnachtsfeiertage wie bereits am Montag geschlossen.

Aus Staatsanleihen zogen sich Investoren dagegen zurück. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf minus 0,228 Prozent. Grund hierfür die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der Notenbanken, sagte Andrea Delitala, Manager beim Vermögensverwalter Pictet.

S&T LÄSST VICEROY-ANSCHULDIGUNGEN UNABHÄNGIG PRÜFEN


Bei den Unternehmen rückte S&T erneut ins Rampenlicht. Die österreichische IT-Firma will von einem unabhängigen Gutachter die Kritik des Research-Hauses Viceroy des Leerverkäufers Fraser Perring am Geschäftsgebaren untersuchen lassen. Inhaltlich wies S&T die Anschuldigungen erneut zurück. Die Aktien konnten ihre Anfangsgewinne von knapp sechs Prozent aber nicht halten und büßten knapp zwei Prozent ein.

In Mailand stiegen die Titel von Alerion dagegen dank Übernahmespekulationen um bis zu 5,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 29,95 Euro. Einem Zeitungsbericht zufolge denkt die Eigentümerfamilie darüber nach, bis zu 43 Prozent der Anteile im Volumen von 800 Millionen Euro zu verkaufen. Dies könnte eine Pflichtofferte an die übrigen Eigner nach sich ziehen, sagte ein Börsianer. Alerion hatte im November angekündigt, zur Finanzierung künftiger Investitionen nach einem Partner Ausschau halten zu wollen.

rtr