Ebay-Chef Devin Wenig verspricht sich von der Zusammenarbeit mit Shyp eine Belebung des Geschäfts. Bislang hat sich die Erwartung erfüllt. Rund 50 Prozent der Kunden, die erstmals die Dienste des Logistikers in Anspruch nahmen, haben zuvor noch nie über Ebay gehandelt. Neukunden sind auch dringend notwendig: Die Handelsplattform ist dabei, Marktanteile zu verlieren - vor allem an den E-Commerce-Riesen Amazon, aber auch an Facebook und Walmart. Im vergangenen Jahr sanken die Einnahmen um zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Die Perspektiven trüben sich ein. Durch den zunehmenden Wettbewerb kämpfe Ebay mit Margeneinbußen, schreibt die Ratingagentur Moody’s in einer Studie.
Um sich gegen den Trend zu stemmen, legte das Unternehmen vor Kurzem Anleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar auf. Neben Investitionen zur Optimierung von Geschäftsabläufen dürfte man die Mittel auch für Übernahmen nutzen.
Cashflow bleibt hoch
Eine Ratingverschlechterung ist durch die Kapitalaufnahme nicht zu befürchten. Moody’s beurteilt die Bonität weiterhin mit der Investment-Grade-Note "Baa1", der Ausblick wird als "stabil" eingestuft. Das Unternehmen, das mit insgesamt 6,7 Milliarden Dollar verschuldet ist, kann laut Moody’s weiterhin pro Jahr einen freien Cashflow in Höhe von zwei Milliarden Dollar erzielen. Darüber hinaus verfügt Ebay über Cashreserven von rund neun Milliarden Dollar. Für deutsche Anleger ist der Ebay-Bond interessant. Sie müssen sich aber der Wechselkursrisiken bewusst sein. Für eine anhaltende Stärke des Greenbacks gegenüber der Gemeinschaftswährung gibt es keine Garantie.