Hedgefonds verkaufen derzeit Tech-Aktien so heftig wie lange nicht mehr – das zumindest warnen die Experten von Goldman Sachs. Müssen Anleger nun mit weiteren kräftigen Kursverlusten rechnen?

Nach einem turbulenten Börsenjahr 2025 bleibt die erhoffte Erholung im US-Technologiesektor bislang aus. Stattdessen rutschen selbst Top-Werte wie Nvidia und Microsoft weiter deutlich ins Minus. Ein anhaltender Abwärtstrend zeichnet sich ab – und der massive Ausverkauf von Tech-Aktien durch Hedgefonds heizt die Sorge vor einem Tech-Crash 2025 weiter an.

Der starke Verkaufsdruck bei US-Tech-Werten hat mehrere Gründe: Die wachsende Unsicherheit an den Finanzmärkten wird durch geopolitische Spannungen, neue Handelszölle unter dem wiedergewählten US-Präsidenten Donald Trump sowie den verschärften Technologie-Wettbewerb mit China weiter befeuert.

Goldman Sachs: Zweitgrößter Tech-Abverkauf seit 5 Jahren

Wie das Finanzportal "Seeking Alpha" berichtete, warnen Analysten von Goldman Sachs vor einem historischen Ausverkauf im Technologiesektor. Demnach reduzierten Hedgefonds ihre Positionen in globalen Tech-Aktien zuletzt so stark wie seit sechs Monaten nicht mehr. Nominal gesehen handelt es sich sogar um den zweitgrößten Tech-Abverkauf der vergangenen fünf Jahre.

Über die Prime-Brokerage-Plattform von Goldman Sachs seien dabei rund 75 Prozent der weltweiten Nettoverkäufe allein auf US-Techwerte entfallen. Besonders stark betroffen waren Aktien aus dem Halbleitersektor, von Halbleiterausrüstern, aber auch Software- und Hardwareunternehmen. Lediglich Werte aus den Bereichen elektronische Geräte und Kommunikationsausrüstung konnten sich stabil halten.

Der Anteil von Technologieaktien in US-Hedgefonds-Portfolios ist auf nur noch 16,4 Prozent gesunken – das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Ein deutliches Zeichen dafür, wie stark das Vertrauen in die kurzfristige Entwicklung der Tech-Branche aktuell erschüttert ist.

Langfristig solide: Warum Anleger nicht in Panik verfallen sollten

Trotz der aktuellen Marktschwäche bleiben viele große Tech-Konzerne wie Apple, Alphabet oder Amazon das Rückgrat der digitalen Welt. Ihre Produkte und Dienstleistungen sind fest im Alltag verankert, was ihnen auch in Krisenzeiten eine stabile Basis verleiht. Langfristig orientierte Anleger sollten sich daher nicht von kurzfristiger Volatilität aus der Ruhe bringen lassen.

Da sich die Lage an den Märkten weiter instabil zeigt, ist ein vorsichtiges Vorgehen angebracht. Markt-Timing ist kaum vorhersehbar, weshalb eine langfristige Anlagestrategie mit Fokus auf Qualitätswerte sinnvoll bleibt. Rücksetzer können in diesem Kontext auch als Einstiegschancen interpretiert werden.

Ein Blick auf den aktuellen Fear & Greed Index von CNN zeigt: Die Marktstimmung ist von „extremer Angst“ geprägt. Solche Signale gelten oft als Kontraindikatoren, die auf eine bevorstehende Trendwende hindeuten könnten – denn wenn die Angst am größten ist, sind viele negative Faktoren bereits eingepreist.

Ob dies der Wendepunkt für den Tech-Sektor ist, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Nervosität bleibt – und Anleger sollten sich weiterhin auf ein volatiles Börsenumfeld einstellen.

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