Neben der Rüstung und der Infrastruktur plant Deutschland ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz. Die Energiewende geht damit auch unter Schwarz-Rot weiter. Worauf es jetzt ankommt und wer profitiert.
Selten wohl haben so hohe Schulden unter Öko-Fans so viel Freude ausgelöst. Als sich die Partei der Grünen ihre Zustimmung zur Aufhebung der Schuldenbremse 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz kosten ließ, kannte der Jubel bei den Umwelt- und Energieverbänden keine Grenzen. Selbst Wochen danach ist bei vielen Anhängern der sauberen Energien die Erleichterung groß, dass es unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz jetzt wohl doch nicht zu dem befürchteten Kahlschlag bei Klimaschutztechnologien kommen wird.
Auf den ersten Blick wirkt die Erfolgsstory der Erneuerbaren rosig. Noch nie haben Sonne, Wind und Co so viel Energie geliefert wie 2024. Mit knapp 55 Prozent lag ihr Anteil am Bruttostromverbrauch in Deutschland auf Rekordhöhe. Sie sind mittlerweile die mit Abstand wichtigsten und bezogen auf die Erzeugungskosten günstigsten Stromtechnologien.
Doch es gibt ein Problem: Solar- und Windstrom sind bei Weitem weniger planbar als etwa Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke. Das macht den gesamten Strom am Markt dann teuer, wenn die Regenerativen knapp werden. Je bedeutender sie im Energiesystem werden, desto häufiger führen Dunkelflauten mit wenig Sonne und Wind zu Strompreisexplosionen. Das haben Verbraucher in diesem Winter gespürt.
Schlauer Solarstrom
Die Abhilfe: Energiemanagementsysteme, die die regenerativen Anlagen zum einen genau so steuern, dass das Netz stabil bleibt, und zum anderen die Energie, die das Netz nicht aufnehmen kann, anderweitig nutzen, etwa in Speichern oder zur Produktion von grünem Wasserstoff. Solche Speicher würden auch Preisspitzen bei Dunkelflauten abfedern können.
Profitieren würden davon Anbieter solch intelligenter Bauteile wie die deutsche SMA, die US-amerikanische Enphase oder die israelische Solaredge. Sie bieten Technologien an, um Photovoltaikanlagen je nach Markt- und Systemzustand für den lokalen Strombedarf, die Versorgung von Wärmepumpen, von Wallboxen für E-Autos oder einfach zur Einspeisung in das Stromnetz zur Verfügung zu stellen.
Man ahnt schon: IT und künstliche Intelligenz sind hier gefragt. Aussichtsreich im Geschäft ist auch die chinesische Sungrow Power Supply, die Leistungselektronik und Speicher liefert. Das profitable und Dividende zahlende Unternehmen ist für Privatanleger allerdings nur schwer investierbar, weil nur an der Börse von Shenzhen notiert. Das könnte sich allerdings bald ändern, die Zulassung eines GDR auf die Aktie ist bereits beantragt
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