Mit Mark Carney hat Kanada einen neuen Premierminister. Ende April stehen Wahlen an. Zugleich setzt US-Präsident Donald Trump das Land unter Druck. Dennoch finden sich dort verborgene Anlagechancen.

Eishockeyspieler provozieren ihren Gegner, indem sie ihm mit dem Handschuh durchs Gesicht fahren – ein sogenannter „Face Wash“. Ähnlich fühlt sich Kanada aktuell von Donald Trump behandelt. Am 4. Februar verhängte der US-Präsident Zölle von 25 Prozent auf kanadische Stahl- und Aluminiumprodukte. Seit dem 4. März werden diese Zölle erhoben, und Trump drohte sogar, den Satz zu verdoppeln, wobei er Kanada riet, der 51. US-Bundesstaat zu werden, um den Zöllen zu entkommen.

Die herablassende Brutalität kommt bei Kanadiern gar nicht gut an. Zu Millionen stornieren sie derzeit Urlaubsreisen in die USA. Beim Einkaufen boykottieren sie Waren aus dem Nachbarland. Gastronomen haben schwarzen Kaffee in „Canadiano“ umbenannt. Früher hieß er „Americano“.

Besonders hinter ihrem neuen Premierminister Mark Carney versammeln sich die Kanadier. Der Volkswirt und Ex-Präsident der Bank of England wurde am 9. März von der Canadian Liberal Party zum Nachfolger von Justin Trudeau gewählt. Laut einer Ipsos-Umfrage könnten 42 Prozent der Kanadier bei den Wahlen am 28. April für Carney und die Liberalen stimmen.

Dieser politische Wandel ist der größte in über dreißig Jahren, so Ipsos-Chef Darrell Bricker. In diesem Sinneswandel drückt sich der Wille der Kanadier aus, sich von Trump nicht unterkriegen zu lassen. Außerdem verstehen sie, worum es für sie bei dem Zollkrieg geht: Alles! Fast 80 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA, und diese machen 36 Prozent des BIP aus. Aus diesem Grund rechnet Kanada mit einem Rückgang des BIP um 3,5 Prozent.

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Foto: Börsenmedien AG

Rohstoffe als Trumpf im Zollkrieg

Trotz der Zölle bleibt die kanadische Börse ruhig. Der S&P/TSX-Index stieg im März um 13,8 Prozent, da kanadische Unternehmen gut positioniert sind und besser vor US-Zöllen geschützt werden. Der schwächere kanadische Dollar bringt zudem Vorteile im Handelskrieg.

Kanada ist ein wichtiger Akteur im globalen Rohstoffmarkt und der größte Produzent von Zink, Uran und Nickel, die für Lithium-Ionen-Akkus gebraucht werden. Der Bergbausektor macht 8 Prozent des BIP aus und ist für ein Viertel der Exporte verantwortlich. Viele börsennotierte Bergbauunternehmen haben ihren Sitz in Kanada.

Auch die USA sind auf Kanadas Rohstoffe angewiesen, wie Uran, Bauholz und Öl. Rund 37 Prozent des von den USA verbrauchten Erdöls kommen aus Kanada. Zudem liefert das Land Strom an mehrere US-Bundesstaaten, was seine Handelsposition stärkt.

Für Unternehmen wie BQE Water aus Vancouver bieten sich durch diese Voraussetzungen gute Geschäftsmöglichkeiten. Das Unternehmen, das sich auf die Reinigung von Abwässern aus Bergwerken spezialisiert, verzeichnete 2024 einen Umsatzanstieg von 14 Prozent auf 19,7 Millionen kanadische Dollar. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen stieg um 41 Prozent. Mit einer niedrigen Verschuldung und Barmitteln von 10,9 Millionen Dollar ist BQE finanziell stabil, und die Aktie ist mit einem KGV von 11,2 für 2025 relativ günstig bewertet.

Welche Faktoren trotz der Zölle zu der günstigen Marktposition in Kanada beitragen und auf welche Unternehmen neben BQE Water gesetzt werden sollte, lesen Sie in dem Sektor der Woche in der neuen Ausgabe von Euro am Sonntag.

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