Am Donnerstagmorgen verliert der DAX nach den angekündigten Zöllen viele Prozentpunkte. Wie sieht es am Nachmittag aus? Außerdem hat die wirtschaftliche Unsicherheit große Auswirkungen auf die Preise für Öl und Gold.
Das gewaltige Zollpaket der US-Regierung und damit verbundene Konjunktursorgen haben die Finanzmärkte auch am Donnerstagmittag kräftig unter Druck gesetzt. Am Frankfurter Aktienmarkt fiel der DAX zum Handelsauftakt auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Im Nachmittagshandel ging es um mehr als zwei Prozent auf knapp 21.860 Punkte nach unten. Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verlor knapp zwei Prozent auf 26.955 Punkte und der EuroStoxx büßte drei Prozent ein.
Zu den stärksten Verlierern am Markt zählte der US-Dollar, der nach dem Zollhammer zu allen anderen wichtigen Währungen unter Druck stand. Im Gegenzug konnte der Euro deutlich zulegen. Zeitweise stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,1144 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr. "Bemerkenswert bleibt, dass der US-Dollar nicht als sicherer Hafen profitiert", kommentierten Experten der Dekabank. Vielmehr konnten die Kurse vom Euro und vom japanischen Yen aufwerten. "Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA."
Wochenlang hatte US-Präsident Donald Trump mit einem umfassenden XXL-Zollpaket gedroht. Seine am Vorabend präsentierten Pläne sind nicht nur komplex, sondern auch beispiellos in ihrem Umfang. Weltweit reagierten die Börsen darauf mit hohen Verlusten. Die USA belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden. Und auch in den USA selbst könnten auf viele Unternehmen und deren Aktien schwere Zeiten zukommen.
Ölpreis geht auf Talfahrt
Besonders starke Reaktionen auf die aggressive Zollpolitik zeigte sich auch am Ölmarkt. Hier reagierten die Notierungen mit einem deutlichen Rückgang auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung. Zudem hat Ölverbund Opec+ begonnen, die Fördermenge zu erhöhen. Die Ölpreise weiteten ihre frühen Verluste nach der Mitteilung der Opec deutlich aus und beschleunigten ihre Talfahrt am Nachmittag. Ein Barrel der Sorte Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel zuletzt um 4,23 Dollar auf 70,72 Dollar
Gold mit Rekordhoch, aber...
Der Goldpreis konnte unterdessen aber nur zeitweise am Morgen von den Konjunktursorgen profitieren und erreichte bei 3.167,84 US-Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) ein Rekordhoch. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Spekulationen auf das US-Zollpaket den Goldpreis von einem Rekordhoch zum nächsten getrieben, sodass im Handelsverlauf am Donnerstag Gewinnmitnahmen einsetzen, die den Goldpreis wieder auf 3.070 Dollar drückten. Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten sollte sich der Preis aber auf einem hohen Niveau einpendeln.
Enthält Material von dpa-AFX
Lesen Sie auch: Geniale Ausschüttungen: Die 3 besten Dividenden-ETFs der Welt
Oder: BASF wieder kaufen? Das spricht jetzt für ein Comeback der Chemie-Aktie