Volle Flugzeuge, boomende Buchungen und ein frischer KI-Schub im Vertrieb: TUI steht vor dem Comeback. Wer mutig ist, kann mit diesem Hebelprodukt jetzt überproportional vom Aufschwung profitieren – aber nicht ohne Risiko.
Auf dem Kapitalmarkttag meldet der Touristikkonzern gute Buchungszahlen. Eine neue Vertriebsplattform soll das Wachstum beschleunigen. Risikobereite Anleger hebeln das Potenzial.
Am Urlaub wird nicht gespart. Einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zufolge haben die Deutschen 2024 über 90 Milliarden Euro für Urlaubsreisen ausgegeben. Mehr als je zuvor. Den Meinungsforschern zufolge werden 45 Prozent der Befragten 2025 gleich viel und 17 Prozent sogar mehr ausgeben. 34 Prozent wissen es noch nicht. Die Studienergebnisse decken sich mit den Einschätzungen des Managements vom Touristikkonzern TUI.
Auf dem Kapitalmarkttag vergangene Woche betonten sie, dass die Reisenachfrage trotz der gedämpften Verbraucherstimmung robust ist, und bestätigten die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Demnach peilt TUI ein Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent und eine Verbesserung des Ertrags um sieben bis zehn Prozent an. In den zurückliegenden Wochen wurde zudem die Kreditwürdigkeit des Touristikkonzerns heraufgestuft. Damit könnte künftig eine Dividende winken, bisher gab es Nullrunden.
Auf dem Weg dahin konzentriert sich das Management auf die Verbesserung der Margen im bestehenden Geschäft und die Entwicklung neuer Ertragsquellen. Zur Erhöhung der Profitabilität setzt TUI verstärkt auf KI-gesteuerte Vertriebsplattformen. Nachhaltiges Umsatzwachstum versprechen sich die Hannoveraner vom weiteren Ausbau des Hotelangebots, der Kreuzfahrtflotte sowie des sogenannten TUI Musement. Ziel ist es, Urlaubern nicht nur die Reise und das Urlaubsdomizil zu verkaufen, sondern auch Erlebnis- und Sightseeing-Touren vor Ort zu vertreiben. Zur höheren Auslastung der Flugzeuge ist zudem der Vertrieb von Sitzkapazitäten an Partner geplant.
Tui: Einsatz verdoppeln
Neben den guten operativen Aussichten ist auch das Chartbild ermutigend. Mit dem Ausbruch der Aktie aus dem seit Frühjahr 2018 gebildeten Abwärtstrend ist ein erstes Kaufsignal gesetzt. Oberhalb von 7,50 Euro könnte das Papier zum Höhenflug ansetzen. Mit dem K.-o.-Optionsschein können Anleger von einem solchen Szenario überdurchschnittlich profitieren. Steigt die Aktie zeitnah bis zum jüngsten Hoch von 8,90 Euro, dürfte sich das Derivat mehr als verdoppeln. Anleger sollten jedoch beachten: Basispreis und K.-o.-Barriere werden laufend angepasst. Um Verluste zu beschränken, sollte immer ein Stoppkurs gesetzt werden.
Übrigens: Dieser Artikel erschien zuerst in der neuen Ausgabe von BÖRSE ONLINE. Diese finden Sie hier
